Musicologica Olomucensia vol. 2, (1995):51-84

TAGESBUCH EINES VERSCHOLLENEN VON LEO© JANÁČEK

Jan Vičar

Das Tagesbuch eines Verschollenen, ein Zyklus für Tenor, Alt, drei Frauenstimmen und Klavier, komponiert 1917-1919 zu einem Text eines unbekannten Dichters aus der mährischen Wallachei, läßt sich als ein typischer Ausdruck Janáčeks Musiksprache und des dramatischen Stils auf dem Gipfel der Entwicklung des Komponisten betrachten. Es handelt sich gleichzeitig um ein Schicksalwerk, das durch äußerliche Umstände mit Janáčeks großer später Liebe zu Kamila Stösslová verbunden ist. Die Studie, die einerseits die bisherige musikologischen Forschungsergebnisse zusammenfaßt, und anderseits sich auf eine neue komplexe Analyse des Werkes und das Studium von Skizzen und Autographen stützt, befaßt sich am Beispiel des Tagebuch eines Verschollenen auch mit Janáček´s Melodientheorie, mit dem Gestalten (Formieren) anhand von "Motivmontagen", mit dem Satz u. a. Auf diese Weise wird die Originalität und gleichzeitig die überraschende Rationalität von Janáčeks Arbeit am Komponieren charakterisiert. Durch eine detaillierte Analyse einiger Teile des Zyklus´ wird auch der dramatische Stil Janáčeks dokumentiert, der realistisch die veränderlichen psychologischen Zustände der handelnden Personen erfaßt.

Published: June 11, 1995  Show citation

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Vičar, J. (1995). TAGESBUCH EINES VERSCHOLLENEN VON LEO© JANÁČEK. Musicologica Olomucensia2, Article 51-84. https://doi.org/10.5507/mo.1995.004
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